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Im Harrat Rahat und Harrat Kishb sind seltsame ovale Gebilde mit abstehenden Zacken zu sehen. Bis jetzt konnten rund 2.000 von ihnen lokalisiert werden. Aufgrund Ihrer äußeren Merkmale habe ich sie Zackenglocke genannt und man kann sie in drei verschiedene Gruppen unterteilen. Sind sie alt oder neu? Handelt es sich um Baustellen und die Zacken wurden von einer Planierraupe gemacht oder sind es Bauwerke von Menschen, die vor langer Zeit hier lebten? Ich meine, die meisten sehen eher alt aus und sind ein Fall für die Archäologie. Hinzu kommt, dass die Gebilde der Gruppe A bis auf wenige Ausnahmen fast alle in die gleiche Himmelsrichtung weisen und einem identischen Bauplan entsprechen. Die kleinsten sind nur rund fünf Meter breit, während das bisher größte gefundene Zackengebilde eine Breite von 88 Metern hat. All das spricht gegen eine Baustelle, die jeweils den örtlichen Gegebenheiten angepasst wäre und lässt eher einen rituellen Zweck vermuten. Einige dieser Formen sind über die Ost-West-Achse gedreht und sozusagen auf den Kopf gestellt. Damit entfällt die Vermutung, die Zacken könnten in Richtung Mekka weisen. Ich denke, da wird noch ein interessanter Hintergrund zu entdecken sein. 

Wenn jemand weiß worum es sich bei diesen Bauten handelt, freue ich mich über eine Info: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Verbreitung von Zackenglocken in Saudi Arabien.

 


Statistik

Typen:

Aufgrund ihrer äußerlichen Merkmale lassen sich die Funde grob in drei Typen einteilen.

A = Typische Glockenform mit Ausrichtung der Zacken in südliche Richtung, meist SSW.
(A1 = Ausrichtung der Zacken in nördliche Richtungen)

= Runde, ballonartige Form mit Zacken überwiegend in südliche Richtung, aber in alle Richtungen möglich

C = Meist ovale Form mit vielen Zacken nach Norden und Süden oder rundherum
(möglicherweise ist C als zackenreicher Bestandteil des Typ B einzuordnen.)

 

Verbreitung:

 

Obwohl auch im Khybar Zackenglocken gesichtet wurden, konzentriert sich ihr Verbreitungsgebiet haupsächlich auf den Harrat Rahat und Harrat Kishb. Die mit Abstand meisten Funde gibt es von Typ A. Bei den Funden nach Zackenanzahl liegen die Glocken mit wenigen Zacken vorne und je mehr Zacken es werden, desto mehr nimmt die Anzahl der Funde ab. 

 

 

Orientierung:

Bei der überwiegenden Zahl der Funde weisen die Zacken in südsüdwestliche Richtung. Ein kleiner Prozentsatz weist in nördliche Richtungen. Ausrichtungen nach Westen wurden nur vereinzelt bei Typ B und C beobachtet.

 

Die Ausrichtung nach SSW ist klar dominant. Es gibt aber auch Bauwerke, deren Zacken nach Norden weisen, so als sei ihr Bauplan über die ost-west Achse geklappt. Grafik am Beispiel von Typ A, 4-zackig.




Identischer Bauplan

Wenn es auch ein paar Abweichler gibt, weisen die meisten der Typ A Gebilde völlig identische Konstruktionmerkmale auf, als seien sie mit einer Schablone gemacht. Außer ihrer Ausrichtung nach Südsüdwest haben sie eine leichte Asymetrie gemeinsam. Die nach Westen gerichtete Seite ist deutlich stärker gewölbt als die östliche. Nach Osten ist die Wölbung deutlich flacher, oder manchmal sogar völlig geradlinig geworden. Das hat zur Folge, dass die Zacken an der geraderen östlichen Seite direkt beginnen, während sie an der stark gewölbten, westlichen Seite einen weiteren Abstand zur Seite haben. Dieses Muster wiederholt sich, egal wieviele Zacken am unteren Ende vorhanden sind. Nur wenige Zackengebilde, die auch schon insgesamt die Glockenform verloren haben, weichen davon ab.

 


Zackenglocke Typ A – Harrat Rahat

Images courtesy of Google Earth™

 


Zackenglocke Typ B – Zentraler Harrat Rahat und Harrat Kishb

Images courtesy of Google Earth™

 


Zackenglocke Typ C – Harrat Rahat süd

Die ersten drei folgenden Funde sehen dem Typ C ähnlich, aber unterscheiden sich optisch trotzdem. Deshalb bin ich noch nicht sicher, ob es sich nur um eine vergrößerte Version von C handelt oder eine neue Gruppe bildet. Da sie häufig an Flussläufen zu finden sind, könnten diese Strukturen vielleicht überhaupt nichts mit den Zackenglocken vom Typ A zu tun haben. Vielleicht handelt es sich um Stellen an denen nach Edelmetallen, zum Beispiel Gold geschürft wurde?

 

Images courtesy of Google Earth™  

 


 

 

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